| USA : Inflation rückläufig |
| Geschrieben von: Vinzenz Leutloff |
| Donnerstag, den 17. November 2011 um 17:59 Uhr |
USA: Inflation hat Zenit überschrittenLaut dem Team der DekaBank zeichnet sich immer deutlicher ab, dass sich die Phase stark erhöhter Inflationsraten in den USA dem Ende zuneigt. Im Oktober seien die Verbraucherpreise um 0,08 % im Monatsvergleich gesunken. Ursachen hierfür sei zum einen ein Rückgang der Benzinpreise gewesen, der mit -3,1 % mom aber lediglich im Rahmen der Erwartungen ausfiel. Zum anderen und etwas überraschender habe sich die starke Verteuerung von Lebensmitteln nicht fortgesetzt. Die Preissteigerungen beliefen sich den Angaben zur Folge auf nur 0,1 % mom, nachdem sie in den neun Monaten zuvor im Durchschnitt bei fast 0,5 % mom gelegen hatten. Auch die gestern veröffentlichten Erzeugerpreise würden darauf hindeuten, dass sich der Anstieg der Lebensmittelpreise nachhaltig verlangsamt hat. Die eigentlich erfreuliche Nachricht der heutigen Zahlen finde sich jedoch in der Abgrenzung ohne Lebensmittel und Energie. Nach einem sehr geringen Anstieg um 0,05 % mom im September sei der Preisauftrieb hier auch im Oktober mit 0,14 % mom eher moderat. Es würde sich somit abzeichnen, dass einige Sonderfaktoren, die zur deutlichen Zunahme der Kerninflation seit Anfang des Jahres beigetragen hatten, nun an Bedeutung verlieren. Dies betreffe zum einen die Weitergabe gestiegener Rohstoffkosten, wie man dies beispielsweise in der Kategorie „Public Transportation“ nachvollziehen könnte. Hier würden steigende Energiekosten üblicherweise sehr schnell von Flug- und Eisenbahngesellschaften in höhere Ticketpreise umgemünzt. Nach einer längeren Folge starker Preiserhöhungen seien die Preise hier im Oktober im Vergleich zum Vormonat stabil geblieben. Auch die Folgen der Katastrophen in Japan würden mehr und mehr in den Hintergrund treten. Diese hätten vor allem in der Autoindustrie zu Produktionskürzungen und Lieferengpässen geführt, sodass die für die Verbraucher sonst üblichen Rabatte entfielen, die gemessenen Preise von Autos also anstiegen. Trotz immer noch relativ niedriger Lagerbestände von Autos würde dieser Effekt nun auslaufen. Zum ersten Mal seit langem würden Neuwagen im Monatsvergleich billiger. Aufwärtsdruck auf die Kerninflation übten immer noch die Importpreise aus. So seien die Preise importierter Konsumgüter in den vergangenen zwölf Monaten um kräftige 3,6 % gestiegen. Eine wesentliche Triebfeder hierfür sei der gesunkene Außenwert des US-Dollar seit Mitte letzten Jahres, insbesondere gegenüber den Währungen aus den Emerging Markets gewesen. Nicht zuletzt wegen der Finanzkrise in der Eurozone habe sich der Außenwert des Dollar in den vergangen Monaten jedoch spürbar erholt. Es sei deshalb davon auszugehen, dass auch der von den Importpreisen ausgehende Aufwärtsdruck bald an Kraft verlieren werde. Die Fed dürfte sich von den Zahlen in ihrer Einschätzung bestätigt fühlen, dass die immer noch sehr niedrige Auslastung der Wirtschaft den Preisauftrieb für längere Zeit dämpfen wird. So seien die Lohnstückkosten im dritten Quartal erneut rückläufig gewesen und würden damit auf einen sehr moderaten Trend der Kerninflation hindeuten. Von daher dürften die meisten Notenbanker in der Inflationsentwicklung keinen Hinderungsgrund für eine anhaltend expansive Geldpolitik sehen. Quelle: DekaBank Hinweis: Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine Beratung. |
