Türkei : Neuer Fiskalplan
Geschrieben von: Vinzenz Leutloff   
Donnerstag, den 20. Oktober 2011 um 16:19 Uhr
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Türkei will Verschuldungsquote senken

Laut dem aktuellen Makro Research Bericht der DekaBank hat die türkische Regierung einen neuen Fiskalplan vorgestellt,  der die Verschuldungsquote bis 2014 deutlich senken soll.

So soll die öffentliche Verschuldung von aktuell rund 40% des BIP auf knapp über die Marke von 30% des BIP im Zeitraum 2012-2014 reduziert werden.

Der Fokus des Programms liege auf der Stärkung des Wachstumspotenzials und der Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in der Türkei.  Zusätzlich seien strukturelle Reformen angekündigt worden, vor allem am Arbeitsmarkt und bei der Bekämpfung der Schattenwirtschaft.

Nach Ansicht der DekaBank gehe das Programm wenig  auf die anhaltende Kritik wegen des zunehmenden externen Ungleichgewichts in der türkischen Wirtschaft ein. Das starke Wachstum der vergangenen Jahre habe zu einer Ausweitung des Leistungsbilanzdefizits geführt.

  • Das hohe Defizit führe zu einer Erhöhung des Finanzierungsbedarfs des Landes.
„Dies sei im aktuellen unsicheren Umfeld der globalen Kapitalmärkte besonders problematisch, denn es macht die Türkei anfällig auf Anstiege der Risikoaversion, wie beispielsweise im September der Fall war“ so die Meldung.

Im Rahmen des neuen mittelfristigen Programms rechnet die Regierung, laut dem Bericht, mit einem langsamen Abbau des Leistungsbilanzdefizits.

Länderrisiko der Türkei

Die Türkei habe sich, nach Meinung der DekaBank, während der globalen Finanzkrise erstaunlich stabil gezeigt.

Nach Fitch (im Dezember 2009 auf BB+) und Moody’s (im Januar 2010 auf Ba2) habe Standard & Poor’s im Februar 2010 als letzte Agentur die niedrigere Krisenanfälligkeit der Türkei mit einer Heraufstufung auf BB belohnt.

Die Ratings von S&P und Moody’s blieben damit allerdings immer noch eine Stufe unterhalb des Ratings von Fitch und zwei Stufen unterhalb des investmentgrades.Dass sich der Ratingtrend mittelfristig fortsetzen sollte, werde von dem positiven Ratingausblick der drei Agenturen bestätigt.

Kurzfristig sei die Entwicklung jedoch besorgniserregend.

„Die vielfach gelobte wirtschaftliche Stabilität wird langsam durch die Überhitzungsgefahren in Frage gestellt, wie der Anstieg des Leistungsbilanzdefizits zeigt“, so die Expertenmeinung der DekaBank.

Die Regierung habe im August auf die steigende Gefahr für makroökonomische Stabilität mit der Ankündigung von weiteren wirtschaftlichen Reformen reagiert, und sie stellte Anfang Oktoberdas mittelfristige Programm vor.

Die Straffung der Fiskalpolitik solle einen Ausgleich für die lockere Geldpolitik bieten. Das politische Umfeld sei nach den Parlamentswahlen im Juni etwas entspannter geworden. Positiv wirke sich aus, dass die AKP die Zwei-Drittel-Mehrheit verpasste, und somit für eine Verfassungsänderung auf die Unterstützung der Opposition angewiesen sei.

Außenpolitisch würden die schwierige Lage in Syrien und die ernsten Streitigkeiten mit Israel belasten.

Quelle: DekaBank
Link zur Bank: www.deka.de

Hinweis: Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine Beratung.