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| Kommentar : Kein Durchbruch für Griechenland |
| Geschrieben von: Vinzenz Leutloff |
| Freitag, den 28. Oktober 2011 um 12:30 Uhr |
Doch keine Rettung für Griechenland?Der aktuelle Makro Research Bericht der Deka Bank beginnt mit der Überschrift „Der angekündigte Nicht-Durchbruch“ und lässt bereits das Unheil erahnen. "Das vielfach zum „Schicksals-Gipfel“ hochgeschriebene Treffen der Staats- und Regierungschefs habe das geliefert, was man im Vorfeld bereits diskutiert und mehr oder weniger vorab beschlossen hatte", erläutert Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Fortschritte habe die europäische Politik aber zumindest beim Erwartungsmanagement gemacht. Anders als bei vorangegangenen Treffen hätten insbesondere Vertreter der deutschen Regierung diesmal die abermals hochgesteckten Erwartungen mit besonderer Deutlichkeit zurückgenommen. Die Entscheidungen stellten, laut dem Bericht, keinen großen Wurf, keinen Generalplan, sondern einen Mindesterfolg für die europäische Politik dar. Die Politik sei im Angesicht massiver Stabilitätsbedrohung für Finanzmärkte und Währungsinstitutionen weiterhin handlungsfähig, bliebe aber innerhalb des bisherigen Musters der kleinen und mittleren Schritte, des Ausprobierens von Anti- Krisenmaßnahmen und gegebenenfalls deren Korrektur. Dieses reaktive Handlungsmuster were sich nach Einschätzung von Dr.Kater auch nach den jüngsten Beschlüssen fortsetzen, insbesondere auch deswegen, weil der Teufel hier noch in vielen Details stecken könne. So sei die Hebelkonstruktion des EFSF kompliziert, ihre Akzeptanz an den Märkten nicht gesichert. Ein weiterer wichtiger Punkt sei, ob das Bankensystem mit einer verschärften Rückführung der Kreditgeschäfte reagieren werde, um die Eigenkapitalanforderungen zu erfüllen. All diese Themen würden zur gegebenen Zeit wieder aufgegriffen, wenn sie sich als immer noch ungelöst erweisen sollten. Bewertung des Schuldenschnitts für GriechenlandPro: Die umfangreichen öffentlichen Hilfsmaßnahmen für Griechenland (laufendes erstes Hilfsprogramm (70 Mrd), zweites Hilfsprogramm in Planung in Höhe von ca. 100 Mrd EUR, technische Aufbauhilfe für Staat und Verwaltung) würden vom privaten Sektor in stärkerem Maß unterstützt. Ein stärkerer Schuldenschnitt sei mehr und mehr zu einem Symbol für die Handlungsfähigkeit der europäischen Politik geworden. Diese Handlungsfähigkeit sei nun demonstriert worden. Contra: Griechenland werde nicht ausreichend entlastet, werde das Gegenargument an den Märkten sein. "Ein Schuldenschnitt von 50 % auf den Anteil der privaten Bondholder (hauptsächlich Kreditwirtschaft, übrige Finanzinstitutionen und private Anleger) wird gemessen an der gesamten griechischen Schuldenlast nur eine effektive Erleichterung von etwa 30 Prozent bedeuten. Das wird noch etwas erhöht dadurch, dass die Staaten selbst einen zusätzlichen Beitrag von 30 Mrd EUR leisten", erklärt Dr.Kater. Trotzdem komme das Land im Jahr 2020 nur auf einen Schuldenstand von 120 Prozent in Relation zum BIP. Selbst aber wenn das erreicht würde, wäre das Niveau der Verschuldung immer noch zu hoch für eine Volkswirtschaft mit relativ geringer Leistungsfähigkeit. Ein weiteres Risiko läge in der Partizipation des privaten Sektors. Während bei den letzten Verhandlungen über einen Verzicht auf 21 Prozent die angestrebte Beteiligung von 90 Prozent mehr oder weniger erreicht worden sei, sei dies bei der jetzigen Größenordnung eines 50-prozentigen Verzichts nicht sicher. Fazit: "Der griechische Schuldenschnitt hat eher etwas von Symbolpolitik. Fest steht, dass das Land über die nächsten zehn Jahre auf massive Hilfen der Partnerländer angewiesen ist. Ob es sich danach davon in Zukunft lösen könne, hänge davon ab, ob Griechenland seine Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen erfolgreich reformieren könne. Von der Finanzierungsseite her werde das Land jedoch immerhin für einige Jahre lang aus den Schlagzeilen genommen werden, die Anpassungsspannung verbieben allerdings", schlussfolgert Dr.Ulrich. Quelle: DekaBank Link zum Anbieter: www.deka.de Hinweis: Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine Beratung. |
