Deutschland : Optimismus auf Tiefpunkt
Geschrieben von: Vinzenz Leutloff   
Mittwoch, den 12. Oktober 2011 um 15:02 Uhr
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Optimismus auf historischem Tiefpunkt

Laut dem Investmentbarometer von J.P. Morgan Asset Management hat der Optimismus deutscher Anleger einen historischen Tiefpunkt erreicht.

„Die Verunsicherung an den Finanzmärkten hält weltweit weiter an“, sagt Jean Guido Servais, Marketing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei J.P. Morgan Asset Management.

Jean Guido ServaisSo fiel der Deutsche Aktienindex (DAX®) Mitte September erstmals seit zwei Jahren unter die psychologisch wichtige 5.000-Punkte-Marke; heute startete das Börsenbarometer bei 5.851 Punkten und damit wieder deutlich fester.

Die anhaltende Berg- und Talfahrt schlägt sich auch auf die Stimmung der deutschen Privatanleger nieder. Rechneten im Juli noch 33,4 Prozent der Befragten mit einer positiven Börsenentwicklung in den nächsten sechs Monaten, fiel dieser Wert in der jüngsten Befragung auf 26,4 Prozent – damit ist nur noch gut jeder vierte Anleger optimistisch für den deutschen Aktienmarkt gestimmt.

Die Stimmung hiesiger Privatanleger ist so angespannt wie zuletzt in der Zeit der Finanzkrise 2008.

Noch im Mai rechnete jeder Zweite (49,8 Prozent) der befragten Sparer mit einer positiven weiteren Börsenentwicklung. In der September-Befragung stieg hingegen die Anzahl der Pessimisten: Betrug der Anteil der Börsenskeptiker im Juli noch 23,3 Prozent, vergrößerte sich diese Gruppe bis zum September.

So ergab die Umfrage, dass mittlerweile 44,7 Prozent der Befragten für die bevorstehenden sechs Monate mit einem negativen Börsenverlauf deutscher Aktien rechnen. Dies spiegelt sich auch am Investor Confidence Gesamtindex1: Im Vergleich zur vorangegangenen Befragung im Juli sank er von 1,0 auf einen Indexwert von -2,6.

„Gerade langfristig orientierte Anleger sollten jetzt überlegen, regelmäßig in Aktiensparpläne einzuzahlen, um von den Kursschwankungen dauerhaft zu profitieren“, sagt Servais und ergänzt: „Die Dividendenrenditen vieler Unternehmen sind attraktiv und auch unter Bewertungsaspekten bleiben Aktienfonds ein wichtiges Anlagevehikel.“

Trotz Verunsicherung punktuelle Steigerung der Investmentbereitschaft

Bei dem Börsenausblick dominieren zwar die Pessimisten, die Investmentbereitschaft insgesamt steigt aber. Spielten im Juli lediglich 30,3 Prozent der Befragten mit dem Gedanken zu investieren, kletterte dieser Wert um fünf Prozentpunkte auf 35,3 Prozent.

„Es zeigt sich, dass Anleger schon wieder Chancen an den Aktienmärkten wittern. Kühle Rechner nutzen diese Marktphase, um sich langfristig zu positionieren“, erläutert Servais.

Auch die Gruppe der Unentschlossenen sinkt leicht und zwar um 0,4 Prozentpunkte. Die Investitionsbereiten rekrutieren sich vorwiegend aus den ehemals Unentschlossenen. Ihr Anteil unter den Befragten sank von 10,1 Prozent im Juli auf 5,5 Prozent. So wenig Unentschlossene gab es zuletzt im Mai 2010.

„Anleger, die jetzt sukzessive investieren, handeln rational. Gerade langfristig orientierte Sparer können von den derzeit günstigen Bewertungen profitieren und für den gleichen Betrag mehr Anteile erwerben. Zieht die weltweite Konjunktur wieder an, profitieren hiesige Titel überproportional“, erläutert Servais.

Quelle: J.P. Morgan Asset Management