Rohstoffe : Im Sog der Rezessionsängste
Geschrieben von: Vinzenz Leutloff   
Montag, den 17. Oktober 2011 um 17:25 Uhr
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Rezessionsängste beherrschen die Rohstoffmärkte

Die zunehmenden Rezessionsängste haben die Rohstoffpreise im September auf eine weitere Talfahrt geschickt, lautet es im aktuellen Macro Research der DekaBank.

Mit der Entscheidung der US-Notenbank, zunächst keine weitere Liquidität im Rahmen eines dritten quantitativen Lockerungsprogramms bereit zu stellen, habe Mitte September eine starke Abwärtsbewegung eingesetzt.

Die Enttäuschung über den Fed-Zinsentscheid im September, bei dem vorerst keine erneute Liquiditätsspritze in Aussicht gestellt wurde, führte zu einem heftigen Einbruch  der Rohstoffnotierungen.

Am stärksten wurden die Edelmetalle nach unten gedrückt, allen voran Silber, welches innerhalb von drei Tagen ein Drittel seines Werts verloren hat – kurzzeitig ging es von 40 auf 26 US-Dollar je Feinunze. Danach stabilisierte sich die Silbernotierung bei 30-32 US-Dollar.

Der Goldpreis rutschte von 1900 US-Dollar in Richtung 1600 US-Dollar und pendelte sich jüngst bei über 1650 US-Dollar je Feinunze ein.

Ebenfalls recht stark südwärts ging es – vor allem im September – bei den Industriemetallen. Am stärksten war Kupfer betroffen, obwohl Kupfer dasjenige Industriemetall ist, bei dem die physische Knappheit derzeit am stärksten ausgeprägt ist. Deshalb dürfte mittelfristig die Kupfernotierung unter den Basismetallen mit am besten abschneiden.

In den vergangenen beiden Oktoberwochen stabilisierten sich die Rohstoffpreise zwar wieder, nichtsdestotrotz dürfte wegen der anhaltenden Abkühlung der globalen Wirtschaft der Tiefpunkt bei den Rohstoffpreisen noch nicht erreicht sein.

Derzeit überlagern nach dem Bericht die Rezessionsängste der Marktteilnehmer die rohstoffmarktspezifischen Faktoren. Auch die Rohstoffspekulanten würden merklich vorsichtiger werden.

Sie seien bereits seit April 2011 dabei, ihre Netto-Long-Positionen in nennenswertem Umfang abzubauen. In absehbarer Zukunft wird es für die Rohstoffpreisentwicklung von größter Bedeutung sein, ob eine Rezession naht oder nicht, und wenn ja, wie lange und wie stark sie sein wird.

Derzeit stünden jedoch lediglich einige Industrieländer Europas an der Schwelle zur Rezessionnicht die gesamte Weltwirtschaft.

Die anhaltend starke Rohstoffnachfrage aus den Schwellenländern dürfte die Preise von Energierohstoffen und den Industriemetallen stützen, selbst wenn tatsächlich Teile Europas in eine Rezession rutschen sollten.

Für die Edelmetalle sei es ausschlaggebend, ob die großen Notenbanken der Welt weitere Liquiditätsmaßnahmen ergreifen oder nicht. Eine milde Rezession in Europa dürften Gold & Co. aber auf hohen Preisniveaus überstehen, denn die Anleger werden in diesem Falle auf der Suche nach dem (vermeintlich) sicheren Anlagehafen bleiben.

„Einen Zusammenbruch der Rohstoffnotierungen wie in der zweiten Jahreshälfte 2008 halten wir derzeit für sehr unwahrscheinlich. Denn damals rutschte die gesamte Weltwirtschaft in eine Phase schrumpfender Aktivität. Der Tiefpunkt bei den Rohstoffpreisen dürfte wegen der anhaltenden Abkühlung der globalen Wirtschaft aber noch nicht erreicht sein“, so die Experten der DekaBank.

Quelle: DekaBank

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