| Futures : Kupfer als Konjunkturindikator |
| Geschrieben von: Vinzenz Leutloff |
| Montag, den 17. Oktober 2011 um 16:43 Uhr |
Kupferpreis Indikator für RezessionNach wie vor beschäftigt die Kapitalmärkte die Frage, ob die Weltwirtschaft erneut in eine Rezession rutschen wird oder ob diese doch noch vermeidbar ist, lautet es im aktuellen Macro Researchbericht der DekaBank. Ein beliebter Konjunkturindikator aus dem Rohstoffsektor sei die Kupferpreisentwicklung. Kupfer als eines der bedeutendsten Industriemetalle wird vornehmlich im Bauwesen, im Maschinenbau und in der Elektrotechnik verwendet. Deshalb ist der Kupferpreis starken zyklischen Schwankungen unterworfen. Die Preisänderungen bei Kupfer passen gut zur weltwirtschaftlichen Dynamik. Mit wenigen Ausnahmen verlaufen die Zyklen des Kupferpreises und der weltweiten Einkaufsmanagerindizes (PMI) recht synchron. Der Kupferpreis ist auf den tiefsten Stand in diesem Jahr gefallen. Während Kupfer im Juli noch um 43 % teurer gehandelt wurde als ein Jahr zuvor, blieb im September nur ein Plus von 6 % übrig. Die Oktoberzahlen deuten bislang sogar auf einen Rückgang im Vorjahresvergleich hin. Zu dieser Entwicklung würde laut dem Bericht auch die Positionierung der Rohstoffspekulanten passen. Ende September sind die nicht-kommerziellen Kupferhändler dazu übergegangen, mehrheitlich auf fallende Kupfernotierungen zu setzen. Eine Netto-Short-Positionierung gab es bei den Kupferspekulanten zuletzt vor zwei Jahren. Dabei kommt starke Unterstützung für den Kupferpreis von der Angebotsseite. Streiks behindern die Produktion in verschiedenen Ländern wie Peru und Indonesien. Auf der Nachfrageseite spielt China die erste Geige. Etwa ein Drittel des globalen Kupferkonsums geht auf China zurück, wo die Nettoimporte von Kupfer in den letzten Wochen von mäßigem Niveau aus sogar angezogen haben. Dass die chinesische Kupfernachfrage noch ordentlich ist, zeigt sich zudem in leicht fallenden Lagerbeständen am Börsenplatz Shanghai. Dagegen kommt Europa nur für ca. 15 % der globalen Kupfernachfrage auf. Der Blick auf den Kupferpreis und den Welt-PMI bestätigt das Bild, dass die Stimmungsindikatoren dem makroökonomischen Umfeld etwas davon gelaufen sind. Bei einer weiteren Verschlechterung des Makrosentiments wird wohl der Abwärtsdruck auf den Kupferpreis bestehen bleiben und noch eine Weile die Knappheit am Kupfermarkt in den Hintergrund drängen. „Die Vergangenheit zeigt, dass ein leichter Rückgang des Kupferpreises im Vorjahresvergleich nicht auf eine globale Rezession hindeuten muss. Seit dem Jahr 2000 ging allerdings eine Verbilligung von Kupfer deutlich im zweistelligen Prozentbereich mit einer globalen Rezession einher“, so die Expertenmeinung im DekaBank Bericht. Quelle: DekaBank Hinweis: Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine Beratung. |
