Was sagen die Experten zur aktuellen Bankenkrise ? Ich habe für Sie nachgefragt.
"Ende Februar wurde bestätigt, dass Großbritannien seit dem letzten Quartal 2009 – etwas später als Frankreich und Deutschland – sich nicht mehr in der Rezession befindet.
Es stimmt, dass zurzeit nur wenig dafür spricht, dass sich Europa schon bald erholt haben wird. Es gibt viele, die meinen, dass Europa wieder zurückfallen werde, wenn die Konjunkturanreize und der vorübergehende Effekt der Vorratsaufstockung wegfallen.
Die Indizes für die Dienstleistungssektoren der 16 Länder umfassenden Eurozone boten im Februar ein enttäuschendes Bild.
Zuvor war gemeldet worden, dass das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone in den letzten drei Monaten 2009 nur 0,1 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen war (in den USA dagegen 1,4 %).
Auch die Einzelhandelsumsätze fielen im Januar schwach aus. Solche negativen Nachrichten ändern jedoch nichts daran, dass die Zahlen für einen bedeutenden Umschwung im Produktionssektor sprechen.
Europas Industrie nimmt am Aufschwung des Welthandels teil, und die Abwertung des Euro kann da nur von Vorteil sein. Obwohl man einen Anstieg befürchtet hatte, ist die Arbeitslosenquote in den letzten drei Monaten stabil geblieben.
Große Finanzinstitute wie Barclays und BNP Paribas meldeten gute Ergebnisse für 2009. Aus den Quartalsberichten für das letzte Quartal ist zu ersehen, dass Europas größte Banken möglicherweise bereits die Spitze an faulen Krediten erreicht haben und dass sich der Kreditzyklus gewendet hat.
Aber das europäische Banksystem ist noch nicht aus dem Gröbsten heraus. Einige Banken kämpfen weiterhin mit Problemen. Banken – in Europa traditionell die größten Inhaber von Staatspapieren – werden unter den steigenden Renditen und den Preisrückgängen bei Staatsanleihen leiden.
Sollte sich das makroökonomische Klima insgesamt bessern, so wird das Problem der Haushaltsdefizite umso größer, insbesondere für die Länder in der „Peripherie“."
"Aus unserer Sicht wird die Erholung von der Krise in verschiedenen Ländern unterschiedlich verlaufen. Diese Faktoren könnten in den nächsten Jahren zu einigen interessanten Anlagemöglichkeiten führen.
Wenn es darum geht, die Unterschiede und die Schwachstellen von Ländern für die Zukunft zu verstehen, muss man wohl auch die entscheidenden Treiber verstehen, die einen unterschiedlichen Verlauf in der Erholung eines bestimmten Landes bewirken.
Insgesamt weist diese Analyse wieder einmal auf eines der wichtigsten Themen in der Positionierung unserer Portfolios hin: das Thema Emerging Markets im Vergleich zu den entwickelten Märkten."
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