Fonds : Schwierige Zeiten für Solar
Geschrieben von: Vinzenz Leutloff   
Montag, den 31. Oktober 2011 um 17:23 Uhr
Weiterführende Links zum Teilen dieses Artikels
Digg This! Del.icio.us; Reddit Google Mr. Wong

Harte Zeiten für den Solarmarkt

Im aktuellen Fondskommentar der KBC Asset Management zum KBC Eco Fund Alternative Energy (ISIN: BE0175280016), wird insbesondere über die Entwicklung des Solarmarktes berichtet.

Marktrückblick

Laut dem Bricht gerieten angesichts der Entwicklung an den globalen Aktien- und Rohstoffmärkten risikobehaftete Anlagen im September 2011 weiter unter Druck.

Dazu zählten Titel aus dem Sektor der erneuerbaren Energien, die häufig zugunsten von defensiveren Engagements abgestoßen worden sein.

KBC Asset Management erwartet, dass die Performance des eigenen Fonds weiterhin durch die makroökonomischen Ereignisse bestimmt werde. Dennoch erwarte man, dass die Solarenergie im Jahr 2011 der wachstumsstärkste Sektor unter den alternativen Energien bleiben werde.

Dass die Märkte im September 2011 derart schwächelten, sei auf eine Reihe von Gründen zurückzuführen, zum Beispiel die Schuldenkrise in der Eurozone und die rückläufige Weltkonjunktur.

Die EU Schuldenkrise und ein möglicher Zahlungsausfall Griechenlands würden die Anleger beunruhigen. Da sich, laut KBC, die Finanzierungskonditionen für Projekte im Bereich alternative Energien verschlechtert hätten, weiteten sich die Kreditspreads im September 2011 aus.

Ertragsschwächste Branche sei  der Solarenergiesektor gewesen, gefolgt von Biomasse und Windkraft.

Negativmeldungen im Anschluss an eine Industriemesse hätten zudem  zu einem wahllosen Ausverkauf von Solarenergietiteln geführt.

Die Unternehmen hätten bekannt gegeben, dass die Modulpreise weiterhin hoch sein, während die Nachfrage an den europäischen Hauptmärkten hingegen schleppend verlaufen würde.

Erschwerende stelle die Verschlechterung der Finanzierungskonditionen in Italien  im September ein Problem für Modulhersteller dar.

Die Nachfrage in Deutschland hingegen sei trotz  sinkender Preise nicht angestiegen.

Aus den anderen Sektoren für alternative Energien gäbe es nur wenige Nachrichten. Da sich eine langsamere Konjunktur und schwächere Kreditmärkte wesentlich auf die Nachfrage nach neuen Windparks auswirken könnten, beobachte der Markt die makroökonomische Entwicklung aufmerksam.

So notierten die Aktien von Windparkbetreibern in China notierten deutlich schwächer, als sich die Anleger von Schwellenlandaktien abwandten.

Die Wertentwicklung im Bereich sonstige Energien sei durchwachsen ausgefallen. Während europäische Industriewerte und nordamerikanische Zählertechnikunternehmen unisono mit dem Markt eingebrochen, verzeichnete der Hersteller für Geothermiekraftwerke Ormat Technologies eine Outperformance, nachdem das Unternehmen die Unterzeichnung zweier großer Kreditverträge für neue Projekte in den USA und Kenia bekannt gegeben hatte.

Ebenfalls habe der Ökostromanbieter Enel Green Power gut abgeschnitten, da die europäischen Strompreise im September 2011 trotz der ungewissen Marktlage hoch blieben.

Marktausblick

Die volkswirtschaftlichen Probleme in den europäischen Peripherieländern und die drohenden staatlichen Sparmaßnahmen würden die Anleger beunruhigen.

In der EU könnte die gesamtwirtschaftliche Lage die Investitionen dämpfen und für einen Aufschub von Finanzierungsentscheidungen sorgen.

Ebenso sei nicht auszuschließen, dass die Sparmaßnahmen der Regierungen die Steuerlast für Wind- und Solarenergieprojekte in 2012 und 2013 erhöhen.

Auf kurze Sicht erwarten wir, dass die Performance weiterhin durch die makroökonomischen Ereignisse bestimmt wird. In unserem Basisszenario gehen wir zwar von einer Lösung der EU-Schuldenkrise aus, doch wird die Volatilität an den Märkten so lange anhalten, bis eine Lösung gefunden wird, so der KBC Bericht.

Für das dritte Quartal 2011 erwarte man schwächere Ergebnisse für Solarunternehmen, da sich die Modulpreise an den europäischen Hauptmärkten bisher nicht stabilisieren konnten.

Im Vorfeld der bevorstehenden Subventionskürzungen in Deutschland geht die KBC  davon aus, dass im vierten Quartal 2011 vermehrt Module installiert werden.

Der Preisdruck dürfte laut Meinung der Experten  aber auch in das erste Quartal 2012 hinein anhalten, zumal die Preise durch saisonbedingte Faktoren und Angebotsüberschüsse fallen würden.

Auf lange Sicht werde der Solarenergiesektor allerdings optimistisch betrachtet und die  jüngste Verkaufswelle für überzogen angesehen.

Dessen ungeachtet blieben die kurzfristigen Ertragsaussichten für alle Unternehmen der Wertschöpfungskette problematisch.

Wir erwarten innerhalb der Branche Unternehmenszusammenschlüsse mit asiatischen Herstellern, die ihre Produktion ausweiten, und europäischen Unternehmen, die aus dem Sektor aussteigen oder zumindest ineffiziente Kapazitäten abbauen, heißt es im  KBC Bericht.

Trotz des zunehmenden Drucks auf die Modulpreise werde erwartet, dass die Solarenergiebranche im Jahr 2011 der wachstumsstärkste Sektor unter den alternativen Energien bleibt.

Die Nachfrage dürfte sich  in Zukunft jedoch von den Ländern der Eurozone mehr zu Schwellenmärkten in Asien, dem Nahen Osten und Nordamerika hin verlagern.

Die politische Unterstützung, die für den Sektor der erneuerbaren Energien von kritischer Bedeutung sei, werde in den kommenden Monaten ein wichtiger Antriebsfaktor für die Marktstimmung und die Aktienkurse bleiben.

Trotz der Ungewissheit im Hinblick auf die Kürzung der Solarsubventionen in Europa bleibe man zuversichtlich, dass die westlichen Regierungen die Einführung alternativer Energiequellen weiterhin unterstützen werden.

Für den langfristig orientierten Anleger seien die günstige Gesetzgebung, sinkende Produktionskosten und steigende Energiepreise die drei wichtigsten Faktoren, welche das Wachstum der erneuerbaren Energien beeinflussen.

Die Regierungen hätten großes Interesse an der Entwicklung einer nachhaltigen Energiepolitik, die auf eine Verringerung des Emissionsaufkommens abzielt und gleichzeitig die Energieunabhängigkeit fördere.

Es würden verschiedenartige Gesetze verabschiedet, die von festen langfristigen Zielvorgaben für erneuerbare Energiequellen bis hin zur Förderung festgelegter Einspeisetarife für erneuerbare Energieprojekte reichten.

Seit dem Beginn der jüngsten Rezession im Jahr 2008 seien die Faktorkosten von Wind- und Solarenergieprojekten dank technologischer Verbesserungen, niedrigerer Rohstoffpreise und der Vorteile größerer Produktionsvolumen deutlich gesunken.

Der Rückgang der Energiekosten habe sich nirgendwo so stark niedergeschlagen wie in der Solarenergiebranche, wo die Modulpreise seit Jahresanfang 2011 bereits um über 35 Prozent nachgegeben hätten.

Da auch die Kosten für Polysilizium und Wafer in den nächsten sechs Monaten, laut Ansicht der KBC, sinken dürften, werde eine Fortsetzung dieses Trends erwartet.
Entsprechend geht man dem neuen Szenario aus, dass Solarenergie selbst ohne Subventionen mit den Einzelhandelsstrompreisen konkurrieren könnte.

Langfristig sei man der der Auffassung, dass die Öl- und Gaspreise steigen werden, was die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energien weiter erhöhe würde.

Quelle: KBC Asset Management
Link zum Fondsanbieter: www.kbcfonds.de

Hinweis: Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine Beratung.