| Umfrage : Briten größte Euro-Skeptiker |
| Geschrieben von: Vinzenz Leutloff |
| Dienstag, den 18. Oktober 2011 um 11:34 Uhr |
Euro-Skeptizismus in GroßbritannienLaut den Ergebnissen einer Umfrage von Allianz Global Investors, äüßerten 41 Prozent der befragten Britischen Investoren Zweifel daran, dass der Euro in der aktuellen Form überleben könne. „Euro-Skeptizismus in Großbritannien ist nichts Neues. Allerdings nimmt die Einsicht zu, dass Großbritannien auch als Nicht-Teilnehmer an der Währungsunion von einem stabilen Euro profitiert. Schließlich sind die wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen sehr eng. Auch die jüngsten Äußerungen des britischen Premierministers David Cameron, in denen er die europäischen Regierungschefs zu durchgreifenden Maßnahmen aufruft, zeigen dies deutlich.“, so Andreas Utermann, Chief Investment Officer von RCM/Allianz GlobalInvestors. Ein Teil dieser Gruppe habe explizit die Erwartung geäußert, dass Griechenland zahlungsunfähig und aus der Währungsunion austreten werde. Im Gegensatz dazu gingen in Deutschland und Frankreich die große Mehrheit der Befragten – und in Italien sogar sämtliche teilnehmenden Investoren – davon aus, dass der Euro die gegenwärtigen Herausforderungen überleben werde. Der Umfrage zufolge erwarten 80 Prozent der Unternehmen, dass der Euro die aktuellen Herausforderungen überstehen werde. Wie die Allianz Global Investors mitteilte, wurden für die Umfrage im September 2011 in 11 europäischen Ländern 140 institutionelle Investoren, die für das Investment oder die Beratung von insgesamt über 900 Milliarden Euro Anlagevermögen verantwortlich sind, zum Euro befragt. Trotz der Staatsschuldenkrise in der Eurozone blieben europäische institutionelle Investoren zuversichtlich, dass die gemeinsame Währung in der aktuellen Form fortbestehen werde. 42 Prozent der Befragten seien davon überzeugt, dass der Stabilitätsmechanismus innerhalb der Eurozone künftig gestärkt würde. Ferner gingen 25 Prozent davon aus, dass die Einführung von Eurobonds die wahrscheinlichste Modifikation sein werde. Einer Fiskalunion, die in der aktuellen politischen Diskussion vielfach als Voraussetzung für eine nachhaltige Stabilisierung genannt wird, würden dagegen auf absehbare Zeit vergleichsweise geringe Chancen eingeräumt. Nur 11 Prozent der befragten institutionellen Anleger sähen dies als die wahrscheinlichste Maßnahme an. Auch Andreas Utermann hält ein Auseinanderbrechen der Währungsunion für unwahrscheinlich. „Die Kosten eines Auseinanderbrechens wären prohibitiv“, so Utermann. „Vielmehr sehen wir, dass die Anstrengungen der Politiker in der Eurozone deutlich zugenommen haben. Auch wenn noch nicht klar ist, ob es eine stärkere Beteiligung des privaten Sektors an einem Schuldenschnitt als die im Juli vorgeschlagenen rund 20 Prozent geben wird, sehen wir keinen Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone. Dessen ungeachtet sind wir uns allerdings des Einflusses der politischen Risiken auf das aktuelle Kapitalmarktgeschehen bewusst.“ Quelle: Allianz Global Investors Hinweis: Die Informationen stellen weder ein Angebot, eine Einladung zur Zeichnung oder zum Erwerb von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Erwerb dar. Die Informationen oder Dokumente sind nicht als Grundlage für irgendeine vertragliche oder anderweitige Verpflichtung gedacht, noch ersetzen sie eine Beratung. |
