Globalisierung hilft Industrienationen
Der Technologiesprung rund um den Globus hat in den letzten zwei Jahrzehnten bereits zu einer erheblichen Zunahme des Welthandels geführt.
Jede Nation ist heute auf den internationalen Handel angewiesen. Welches Land mit wem und wieviel handelt, lässt sich anhand eines einfachen Modells erklären. 
Bild: © Cybrain - Fotolia.com Das Gravity ModellDie Idee des Gravity Modells geht auf den Ökonom Jan Tinbergen zurück und berücksichtigt zur Analyse des internationalen Handels zwei Kernfaktoren, die Distanz und die Größe des BIP´s. Das BIP reflektiert im Gravity Modell die Marktgröße und wirkt sich daher auf das gesamte Handelsvolumen aus. Ein Land mit einem hohen BIP hat eine große Nachfrage zur eigenen Versorgung und ein großes Angebot an Exportgütern und Dienstleistungen.
Für den Handel zwischen zwei Nationen hängen von der Distanz die Transportkosten, Zölle und Lieferzeiten ab. Das bestimmt mit, ob ein Produkt in einem anderem Land z.bsp. preislich wettbewerbsfähig ist bzw. ob verderbliche Güter oder in time delivery angeboten werden können. Auf Basis des Gravity Models, das für fast alle Nationen zutrifft, lässt sich daraus ableiten welche Nationen miteinander verstärkt handeln. Da Deutschland das größte BIP in Europa hat, bedeutet das für alle direkten Nachbarn, dass Deutschland den größten Markt für deren Im- und Export darstellt. Für alle Nachbarstaaten stellt Deutschland auch in der Zukunft den wichtigsten Markt dar und umgekehrt zählt Deutschland in den Nachbarstaaten zum wichtigsten Exporteur.Equivalent binden die USA mit ihrem BIP Mexiko, Kanada und die lateinamerikanischen Staaten an sich. Japan bindet den ostasiatischen Raum an sich, während Russland, China und Indien sich den Rest Asiens teilen. In Südamerika sind Brasilien, Argentinien und Chile Ton angebend. Dieser Effekt, der zwangsläufig während der Globalisierung immer schneller abläuft, sichert den Industrienationen auch in der Zukunft hohe Handelsvolumen. Trotzdem ergeben sich bei der Zunahme des BIP in China und Indien immer mehr Verschiebungen. Damit sind für Investoren mit mittel- und vor allem langfristigem Anlagehorizont vor allem das BIP und das BIP Wachstum die Hauptzukunftskriterien. Daneben ist auch die geographische Lage und damit der Zugang zu Nachbarmärkten ausschlaggebend, wodurch z.Bsp. Japan im Vergleich zu Deutschland klar im Nachteil ist. Rein aus geographischer Sicht haben unter den BRIC´s Russland und China die meisten Marktzugänge zu Nachbarstaaten. Dort wird also auf Basis des Gravity Modells das Handelsvolumen langfristig in absoluten Zahlen stärker steigen, als in den anderen beiden BRIC Nationen.
Das wirkt sich besonders auf das Transportvolumen aus, so dass es vor allem Logistik- und Transportfirmen zu Aufschwung verhelfen kann. Bei den BRIC Staaten kommt hinzu, dass diese durch sozialistische Regime geprägt sind und mit zunehmender Marktöffnung immens an Produktivität gewinnen. Selbst jetzt in der weltweiten Krise liegt das BIP Wachstum in China noch um 5 %. So eröffnet die Globalisierung es nun Anlegern z.Bsp. durch ETFs dort zu investieren, wo die aktuelle Performance und die zu erwartende Performance am Attraktivsten ist. |